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Professionelle Pflege: Definition und
Beschreibung
(aus: Perspektive 2020, SBK-ASI, Bern, 2011)
Die Begriffe Pflege und professionelle Pflege werden in
vielfältigster Weise verwendet. Als Mitglied des ICN (International Council of Nurses) übernimmt und unterstützt der SBK dessen Definition von
professioneller Pflege[1].
"Professionelle Pflege umfasst die
eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung, allein oder in Kooperation
mit anderen Berufsangehörigen, von Menschen aller Altersgruppen, von
Familien oder Lebensgemeinschaften, sowie Gruppen und sozialen
Gemeinschaften, ob krank oder gesund, in allen Lebenssituationen (Settings).
Pflege umfasst die Förderung der Gesundheit, die Verhütung von Krankheiten
und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender
Menschen. Weitere Schlüsselaufgaben der Pflege sind die Wahrnehmung der
Interessen und Bedürfnisse (Advocacy), die Förderung einer sicheren
Umgebung, die Forschung, die Mitwirkung in der Gestaltung der
Gesundheitspolitik sowie das Management des Gesundheitswesens und in der
Bildung." (Offizielle, von Berufsverbänden Deutschlands,
Österreichs und der Schweiz konzertierte Übersetzung)
Die
ICN-Definition ist knapp, umfassend und international anerkannt.
Für den schweizerischen Kontext wurde die „professionelle Pflege“ von Spichiger
et al im Rahmen des Projektes "Zukunft
Medizin Schweiz" der Schweizerischen Akademie der medizinischen
Wissenschaften (SAMW) beschrieben. Der SBK unterstützt diese Definition, in
der auch die Elemente der ICN-Definition enthalten sind, ebenfalls
vollumfänglich:
Professionelle Pflege fördert
und erhält Gesundheit, beugt gesundheitlichen Schäden vor, und unterstützt
Menschen in der Behandlung und im Umgang mit Auswirkungen von Krankheiten
und deren Therapien. Dies mit dem Ziel, für betreute Menschen die
bestmöglichen Behandlungs- und Betreuungsergebnisse sowie die bestmögliche
Lebensqualität in allen Phasen des Lebens bis zum Tod zu erreichen.
Professionelle Pflege…
…richtet sich an Menschen in allen Lebensphasen, an
Einzelpersonen, Familien, Gruppen und Gemeinden, an Kranke und
deren Angehörige, sowie an Behinderte und Gesunde; …umfasst, auf einem Kontinuum, Aufgaben zur Gesundheitserhaltung und
-förderung, zur Prävention, in der Geburtsvorbereitung und -hilfe,
bei akuten Erkrankungen, während der Rekonvaleszenz und
Rehabilitation, in der Langzeitpflege sowie in der palliativen
Betreuung; …beruht auf einer Beziehung zwischen betreuten Menschen und
Pflegenden, welche von letzteren geprägt ist durch sorgende
Zuwendung, Einfühlsamkeit und Anteilnahme. Die Beziehung erlaubt die
Entfaltung von Ressourcen der Beteiligten, die Offenheit für die
zur Pflege nötigen Nähe und das Festlegen gemeinsamer Ziele; …erfasst die Ressourcen und den Pflegebedarf der betreuten Menschen,
setzt Ziele, plant Pflegeinterventionen, führt diese durch (unter
Einsatz der nötigen zwischen- menschlichen und technischen
Fähigkeiten) und evaluiert die Ergebnisse; …basiert auf
Evidenz, reflektierter Erfahrung und Präferenzen der Betreuten,
bezieht physische, psychische, spirituelle, lebensweltliche
sowie soziokulturelle, alters- und geschlechtsbezogene Aspekte
ein und berücksichtigt ethische Richtlinien; …umfasst
klinische, pädagogische, wissenschaftliche sowie
Führungsaufgaben, die ergänzend von Pflegefachpersonen mit einer
Grundausbildung und solchen mit unterschiedlichen
Weiterbildungen, von Generalisten/Generalistinnen und
Spezialisten/Spezialistinnen wahrgenommen werden; …erfolgt
in Zusammenarbeit mit den betreuten Menschen, pflegenden
Angehörigen und Mitgliedern von Assistenzberufen im
multiprofessionellen Team mit Ärzten und Ärztinnen
(verantwortlich für medizinische Diagnostik und Therapie) und
Mitgliedern anderer Berufe im Gesundheitswesen. Dabei übernehmen
Pflegefachpersonen Leitungsfunktionen oder arbeiten unter der
Leitung anderer. Sie sind jedoch immer für ihre eigenen
Entscheide, ihr Handeln und Verhalten verantwortlich; … wird sowohl in Institutionen des Gesundheitswesens als auch
ausserhalb, überall wo Menschen leben, lernen und arbeiten,
ausgeübt. (Version 15.7.2008)
[1]
http://www.icn.ch/about-icn/icn-definition-of-nursing/
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