Lancierung Manifest
"Gesundheitspersonalmangel nicht auf Kosten der Ärmsten beheben "

Im Schweizer Gesundheitswesen herrscht Personalmangel. Die Lösung für dieses Problem kann nicht sein, dass Personal aus dem Ausland rekrutiert wird, da so das Gesundheitspersonal letztlich dort fehlt, wo es am meisten gebraucht wird: in den Entwicklungsländern. Die WHO stellt in 57 Ländern einen kritischen Mangel fest: Für 1000 Personen stehen dort weniger als drei Fachpersonen zur Verfügung (in der Schweiz sind es zehnmal mehr). ).

Das auf Initiative von SBK und Medicus Mundi lancierte Manifest fordert von den Verantwortlichen der Schweizerischen Gesundheits- und Aussenpolitik, dass sie ihren Verpflichtungen nachkommen, die sich aus dem WHO-Kodex zur Rekrutierung von Gesundheitspersonal ergeben und dem auch die Schweiz zugestimmt hat.

Die wichtigsten Punkte:

  • Es ist verantwortungslos und kurzsichtig, wenn wirtschaftlich starke Nationen wie die Schweiz ihr fehlendes Gesundheitspersonal direkt oder indirekt aus den Ländern des Südens rekrutieren.
  • Die Schweiz muss selber genügend Gesundheitspersonal ausbilden und zu diesem Zweck den Bedarf regelmässig und systematisch abklären.
  • Damit ausgebildetes Personal seinem Beruf treu bleibt, müssen die Arbeits- und Anstellungsbedingungen verbessert werden.
  • Ausländische Gesundheitsfachleute müssen gleichberechtigt Zugang zu Weiterbildung und fairen Arbeitsbedingungen erhalten.

Das Manifest ist von zahlreichen Gesundheitspersonalverbänden und Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit unterzeichnet worden.

Manifest                                                            

www.gesundheitspersonalmangel.wordpress.com

 

>  Fotos auf  http://www.flickr.com/photos/medicusmundischweiz/sets/72157628822495625/

16.1.2012